Tag 60: Resupply4Free

Meile 838.6 – 857.7

Die Nacht in der Steinhütte war fabelhaft. Es war angenehm lauwarm und über die Nacht nicht abgekühlt, kein Wind streichelte einem kalt das Gesicht und das Schnarchen der anderen war auszuhalten.

Einigermaßen ausgeschlafen ging es somit zurück in den Schnee. Die Landschaft war immer noch traumhaft schön und die Sonne lunzte langsam aber sicher über die Bergrücken. Wir wanderten zusammen mit Froggy, heute ging es nur bergab. Für über 20 Meilen.

Kurz vor der Mittagspause mussten wir den reißenden Fluss queren, dem wir schon den ganzen Tag gefolgt waren. Er wurde hier um einiges breiter, was eine sehr geringe Strömung zur Folge hatte. Wir wateten durch das hüfthohe Wasser und ließen uns kurz darauf am Ufer nieder, um zu trocknen und zu essen.
Wir hatten vor, heute bis zur Muir Trail Ranch zu laufen, Froggy wollte weiter. Deshalb zog er früher wieder los. Bis dahin waren wir so schnell gelaufen wie nie auf dem Trail.

Den Nachmittag ließen wir, nun wieder zu zweit, ein wenig ruhiger angehen und gegen 16 Uhr kam die Ranch in Sicht. Der Weg bis hierhin hatte uns weiter entlang des Flusses geführt, der sehr an Gebirgsflüsse aus den Alpen erinnerte. Durch raue Felsen eingerahmt und sprudelnd-schäumend wand er sich im steilen und engen Tal dahin.

Die Muir Trail Ranch ist ein Pferdehof, der Sommergästen kleine Holzhütten anbietet und in Mitten eines idyllischen, von Wiesen und Wald durchzogenen, breiteren Teil des Tales liegt. Hier ist für Wanderer des John Muir Trails (JMT) normalerweise der erste Ort, um ihr Essen wieder aufzufüllen. Der JMT führt vom Gipfel Mount Whitneys bis ins Yosemite Valley und verläuft dabei die meiste Zeit auf dem PCT. Da diese Wanderer noch nie Essenspakete gepackt haben, senden sie sich meist viel zu viel zu essen. Die Hikerbox hier ist dementsprechend eine Art Gral für PCTler, da man sich hier meist für die nächsten Tage vollends ausstatten kann.

Darauf bauend kamen wir an die Hikerbox. Es waren leider keine Hauptmahlzeiten da, jedoch sehr viel Müsli und Nüsse. Verschiedenste Nüsse verschiedenster Geschmacksrichtungen. Wir bedienten uns großzügig und suchten uns einen Campspot nur wenige hundert Meter entfernt, um morgen noch einmal zu schauen. Dies sollte sich als sehr gute Entscheidung herausstellen. Beim Abendessen kam uns ein Reh besuchen.

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