Tag 61: Selden Pass

Meile 857.7 – 867.4

Voller Erwartung ging es zurück zur Muir Trail Ranch, um die ersten JMT-Wanderer des Tages abzupassen und hoffentlich auch noch ein paar Abendessen abzugreifen, bevor sie in die Hikerbox gelangen. So trafen wir zwei Freundinnen, die zusammen den Trail laufen und viel zu viel Essen dabei hatten. Wir bekamen von ihnen die Hälfte ihrer Resupply Box. Nun hatten wir genügend Brennstoff für die nächsten Tage bis nach Mammoth Lakes und unser Plan, uns vollständig von anderen Wanderern auszustatten, war aufgegangen. Die Muir Trail Ranch ist nicht nur ein Mythos, sie ist offensichtlich eine wahre Goldgrube.
Nach dem Aufsatteln der nun wieder schweren Rucksäcke ging es steil die Talseite hinauf, wobei es leider viel zu wenig Schatten gab und die Sonne auch schon am späten Vormittag brutzelte. Im Gegenzug dazu konnten wir aber natürlich schöne Ausblicke über das gesamte Tal und die schneebedeckten Gipfel in der Ferne erhaschen.

Der Weg flachte ab und ging in einen Wald über, wo wir beschlossen, Mittag zu machen. Eine Gruppe von Boyscouts (Pfadfinder) kam den Berg hinab, es waren ungefähr 26 Stück und beeindruckend wie sie hintereinander an uns vorbei liefen. Vor meinem Sitzplatz ragte die Spitze eines Steines aus dem Boden und ungefähr jeder dritte stolperte darüber, weil er grüßte und nicht auf den Weg achtete. Ein sehr amüsantes Schauspiel.
Weiter oben, vorbei an wunderschönen Seen, belohnte uns Selden Pass mit einem fantastischen Ausblick über weitere Seen und verschneite Berggipfel. Wir beschlossen noch bis unterhalb der Shneegrenze zu laufen und dort Bob aufzuschlagen. Nach einer Weile wurden wir aber so müde, dass wir uns einen schneefreien Platz suchten. Tim machte Abendessen, ich entfaltete Bob.
Heute gab es „Mountainhouse Meal“, die teuersten Abendessen, die man im Backcountry haben kann. Eine Tüte kostet gute 15 Euro, für uns dank der Ranch kostenlos, und wir aßen zwei. Es stand mexikanischer Reis mit Bohnen drauf und eingerollt in Tortillas schmeckte es tatsächlich ziemlich gut. Nur der Preis ist unserer Meinung nach nicht gerechtfertigt.

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2 Kommentare

    1. Bisher haben wir allen angeboten, ihnen etwas dafür zu geben. Alle wollten es uns jedoch schenken. Auf dem Trail gibt jeder jedem etwas, falls er was benötigt. Dadurch weiß man, dass einem geholfen wird, falls man in einer schwierigen Situation steckt. Damit ist es ein Geben und Nehmen der Reihe um und am Ende entsteht eine großartige und offene Community.

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