Tag 63-64: Mammoth Lakes

Meile 887.4 – 906.7 – 908.1

Als wir morgens los gingen trieb uns die Aussicht auf eine Dusche und ein echtes Bett an. Der Tag, an dem man in eine Stadt kommt ist immer ein bisschen stressig, aber geprägt von der freudigen Erwartung von echtem Essen, das wir seit Tagen vermisst haben und einer Dusche. Wir hatten aber noch ca. 19 Meilen vor uns und konnten daher nur hoffen am späten Nachmittag nach Mammoth Lakes zu kommen.

Der Tag hielt schöne Blicke für uns bereit. Insbesondere ein paar Seen und Flüsse, durch die wir zum Teil leider auch waten mussten. Murmeltiere und Rehe begleiteten uns. Wir liefen immer von einem ins andere Tal und sammelten so unsere Höhenmeter. Dabei nahm die Anzahl an Tagestouristen und Menschen mit großen Rucksäcken stetig zu. Gegen drei Uhr kamen wir an einen weiten, von Waldbränden der letzten Jahre zerstörten, Hang, an dem wir eine ganze Weile in der Sonne entlang laufen mussten. Es war beeindruckend, wie sich die Pflanzen und Tiere diesen zerstörten Lebensraum wieder zurück erobert haben.

Als wir um kurz nach fünf in Red’s Meadow ankamen fanden wir dort lauter Menschen vor, die auf den Bus warteten. Es war ein bisschen überwältigend. Wir gönnten uns ein Eis und stellten uns in die Schlange für den Bus. Der Busfahrer lies uns jeweils 8$ bezahlen und fuhr uns in die Stadt. Paul wurde auf der Fahrt ziemlich schlecht, doch eine nette JMTlerin gab ihm etwas Wasser. Wir teilten uns mit Sleeping Bear und Grandpa ein Hotelzimmer und aßen Pizza zum Abendessen. Wir bemerkten, dass wir in der Zwischenzeit von Verwandten über mehrere Social Media Seiten gesucht worden waren. Es hatte ein Missverständnis gegeben, wie lange wir bis Mammoth Lakes unterwegs sein würden und der fehlende Mobilfunkempfang hatte seinen Teil dazu beigetragen, unbegründete Ängste zu schüren. Auf jeden Fall sind wir jetzt berühmt bei unseren Mitwanderern, weil alle nach uns Ausschau halten. Wir beruhigten ein paar Leute, bevor wir ins Bett gingen. Noch Tage später wurden wir von anderen bekannten Hikern „gefunden“, fast alle hatten aber mit der Situation wie sie hier vorlag gerechnet und es war nun eher ein Gag. Solche Missverständnisse kommen hier und gerade auf diesem Abschnitt des PCTs mit geringer Mobilfunkabdeckung des öfteren vor.

Am nächsten Morgen gingen wir zu einem Grocery Outlet und frühstückten Avocado mit Nutella, Banane, Pita Brot und Kakao. Dieser Tag verlief größtenteils ereignislos. Ich kümmerte mich um meine kaputten Schuhe, wir kauften ein und schickten ein Päckchen nach Bridgeport, Paul arbeitete für den Blog. Außerdem unterhielten wir uns mit einem netten Pärchen, das den JMT hier abbrach, weil sie sich verletzt hatte. Wir trafen auch Ben wieder, das war ein freudiges Wiedersehen. Mittagessen gab es bei Carl Jr.’s. Wir begegneten Greybeard und Redbeard, die ein ein Auto hatten, im Outfitter und Greybeard fuhr uns den Berg bis zur Mittelstation des sich hier befindlichen Skigebietes hinauf. Von dort aus fuhr der Bus zum Trail. Es stellte sich heraus, dass uns der Busfahrer vom Vortag ausgenommen hatte, da er uns nur das Geld abknöpfte und uns kein Ticket gab. So mussten wir im Gegensatz zu den Anderen noch einmal eine Rundfahrkarte kaufen, Einzelfahrten existierten hier nicht. Am Trail aßen wir eine Avocado und einen Burger zu Abend und waren danach so satt, dass wir nur noch eine Meile gingen und noch vor Devils Postpile campten.

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