Tag 22: Jacuzzi auf Madagaskar

Meile 294.7- 310.0

Wir haben sehr gut und lange, bis 7 Uhr, geschlafen. Dann haben wir im Zelt gefrühstückt und sind aufgebrochen. Es ging weiter entlang des Bachs, der jedoch zunehmend breiter wurde und irgendwann vielleicht eher als Fluss zu sehen war. Nach ca. drei Meilen kamen wir an eine massive Fußgängerbrücke aus Holz. Wir bogen nach links ab und verließen den PCT um nach einigen hundert Metern an einem Wanderparkplatz mit Toilette, Mülltonnen und Grillmöglichkeiten anzukommen. Hier stand auch eine Informationstafel des Rangerbüros. Wir wissen nun endlich, dass die drachenähnliche Eidechse Flachschwanzeidechse heißt und zur Verteidigung Blut aus ihren Augen schießen kann.

Wieder auf dem PCT ging es weiter am Hang des Tals entlang. Es war etwas surreal, weil wir in wüstenähnlichem Gelände unterwegs waren (alles vertrocknet, nur ganz kleine Sträucher, alles hatte Dornen oder Stacheln) und der Talboden, bzw. die Ufer des Flusses sehr grün und saftig wirkten. Dort unten sah es so aus wie ich mir die Urwälder Madagaskars vorstelle.

Für unsere Mittagspause am Fluss haben wir ein schönes Plätzchen gefunden. Als wir dort ankamen hat sich eine Schlange (nicht giftig, ca. 1 m, braun) lässig aus dem Staub geschlängelt und ist durch den Fluss ans andere Ufer geschwommen. Weitere Highlights dieser Mittagspause waren ein Fliegenfischer (der eine Stunde gefischt und nichts gefangen hat. Trotz laufender GoPro. Wir sehen nicht, was so spannend am Fischen sein soll, dass man sich das eine Stunde in Ego-Perspektive auf Video aufzeichnet), ein Crossmotorrad, ein Crossbuggy, Kolibris und ein Erpel.

Nach einigen Meilen kamen wir an das Highlight unseres Tages, wir hatten uns schon länger darauf gefreut. Der Fluss war nun ca. fünf Meter breit und an einer Stelle gibt es neben dem Fluss heiße Quellen. Menschen haben mit Sandsäcken und Felsen Becken am Ufer gebaut, in denen wir uns ein paar Stunden einweichen ließen. Es war super. Es gab Becken mit unterschiedlichen Temperaturen, die gar nicht nach Schwefel o.ä. gestunken haben:-)) Zwischendurch konnte man sich im Fluss wieder abkühlen. Es gab eine Slackline, auf der man über den Fluss balancieren konnte und eine Art Trapez, mit dem man sich in hohem Bogen in den Fluss schleudern lassen konnte. Besonders war, dass es hier erlaubt war nackt zu sein, was in den USA glaube ich schon etwas besonderes ist. Wir haben ein paar Australier getroffen, die einen Tag frei hatten und eigentlich in den USA sind um den Weltrekord im Formationsfallschirmspringen zu brechen. Wenn ich mich richtig erinnere meinten sie etwas von 150 Leuten in einer Formation – abgefahren. Dann ist da noch so ein bekiffter Typ mit ’ner Bong rumgelaufen, der sich unbedingt mit mir über Gott und die Welt unterhalten wollte – gutes Gespräch. Wir haben Old Fox, Ben und Triple Check wiedergetroffen und sind dann noch zwei Meilen bis zum nächsten Campingplatz gegangen. Zelten war an den heißen Quellen nämlich verboten, obwohl es alle anderen einfach gemacht haben. So hatten wir also einen schönen Zeltplatz neben einer bunt angemalten Fußgängerbrücke, an unserem kleinen Privatstrand.

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