Lechquellenrunde – Tag 1

Die folgende Kurzserie (Bestehend aus vier Beiträgen) ist vom Juni letzen Sommers(2022). Ich (Paul) bin mit meinem Schulfreund Niklas in den Lechtaler Alpen die Lechquellenrunde gelaufen und möchte euch diese schöne Route nicht vorenthalten. Nach der Lechquellenrunde geht es dann wieder mit Norwegen weiter, und zwar wie Tim und ich zwei Wochen durch die Norwegischen Berge wandern.
Aber jetzt erstmal viel Spaß bei der Lechquellenrunde!

Heute geht es los auf die Lechquellenrunde. Das Wetter ist fabelhaft – blauer Himmel und Sonnenschein. Auf Grund des vorhergesagten Niederschlags am Nachmittag halten wir uns ein wenig ran, um nicht den Morgen zu vertrödeln. Niklas und ich haben heute schon in Lech übernachtet, weshalb wir den vollen Tag genießen können.

Die Lechquellenrunde ist eine 6-tägige Hüttentour in Vorarlberg rund um Lech, bei der die unterschiedlichen Quellen und Zuflüsse des Lechs begangen werden. Wir lassen bei unserer Tour den letzten Tag aus und wandeln den fünften Tag etwas ab, um die Runde in fünf Tagen zu laufen.

Von Lech aus laufen wir zuerst einen Forstweg ins Wöster Täli hinein. Trotz der „nur“ 20 Grad kommen wir in der prallen Sonne schnell ins Schwitzen und cremen uns lieber doch noch ein.
Im Tal gibt es einen kleinen Wanderweg auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine Fahrstraße. Die Entscheidung, welchen Weg wir nehmen ist relativ schnell getroffen. Der Pfad führt uns etwa eine halbe Stunde den mit Gras und blühenden Blumen verwucherten Pfad das Tal hinauf. Dann wird uns klar, dass wir diesen Bach nun würden queren müssen. Der Gebirgsbach führt doch schon einiges an Wasser und trockenen Fußes ist es uns nicht möglich zusammen den Bach sicher zu queren.
Wir verzichten auf nasse Füße und steigen wir Weg wieder ab bis wir zurück auf den Forstweg kommen… Das geht ja gut los 🙂

Überall grünt und blüht es. Ich habe die Alpen noch nie so bunt erlebt wie heute. Die Kräuter und Pflanzen geben ihr bestes in Weiß, Gelb, Rot, Blau, Lila und was ihnen sonst noch so einfällt zu blühen.
Sonst hätte ich jetzt Mama oder Papa gefragt, was das für Blumen sind. Dann hätte ich mich gefreut und gedacht, „das merke ich mir fürs nächste Mal“. Aber ich bemerke, dass ich mir nichts mehr von letztem Jahr wandern einfällt.
Also erfreuen wir uns einfach an „bunten Blumen“.

Wir machen heute viele kleine Pausen, da die Sonne den Aufstieg gut einheizt. Auf dem Wörstersattel machen wir eine augiebigere Pause und genießen den Ausblick über das Lechtal. Uns bietet sich ein atemraubender Blick auf das gesamte Bergpanorama des Lechtals und wir staunen, wie weit wir in den nächsten fünf Tagen laufen werden.

Auf den Bergen sind nur noch vereinzelt Schneereste und wir sind erleichtert, dass wir wohl keine sonderlichen Probleme mit Schnee haben werden. Das war ein großer Knackpunkt in der Planung unserer Tour. Da wir Ende Juni unterwegs sind kann in Hôhenlagen noch gut und gerne Schnee liegen und davon auch nicht wenig. Dieses Jahr lag wohl bereits im Winter wenig Schnee, die letzten Wochen waren früh warm und so haben wir Glück mit der Schneelage.

Zur Mittagspause suchen wir einen kleinen Felsvorsprung, um ein wenig Schatten zu finden. Den Großteil des Aufstiegs haben wir nun hinter uns. Der Weg läuft jetzt flach ein Tal hinauf und nach Niklas‘ erstem Schneefeld kommen wir an der Rauhkopfscharte auf 2.400m an. Auf dem Weg zur Stuttgarter Hütte sehen wir ein paar Murmeltiere, die fleißig am Kräuter futtern sind und uns kommt eine Schafsherde auf dem Weg entgegen. Drei der Schafe trauen sich erst mit Nachhilfe an uns vorbei ihren Freunden hinterher.

Die Stuttgarter Hütte wird von einer Nepalesischen Familie Bewirtschaftet und das Abendessen ist köstlich. Es gibt ein nepalesiches Nationalgericht mit Curry und Kichererbsen. Mit Nachschlag versinke ich schon gegen kurz nach 9 tief im Schlaf, auch wenn andere Wanderer beim ins Bett gehen nochmal das Licht des Lagers an schalten…. ts ts ts
Am Nachmittag haben wir noch geholfen ein Trampolin mit aufzubauen, das für die neue Saison angeschafft wurde. Ein Trampolin auf einer Berghütte hatte ich so auch noch nicht gesehen und vor meinem inneren Auge sah ich es beim nächsten Sturm in die Ferne davon fliegen.

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Ein Kommentar

  1. Ah, das ruft tolle Erinnerungen an unsere gemeinsame Tour auf dem Lechtalerhöhenweg hervor! In der Gegend möchte ich gern noch einmal wandern, vielen Dank fürs Posten!

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