Tag 51: Lone Pine

Meile 735.5 – 745.3

Heute hatten wir trotz weniger Meilen einen vollen Terminplan.

Wir starteten entspannt um 7 Uhr, nachdem wir das Frühstück mit dem bisher besten Ausblick meines Lebens gahabt haben. Der Wald war, wie in den letzten Tagen, auch heute geprägt von durch Waldbrände beschädigten Bäumen, deren Holz in verschiedenen Tönen wundervoll schimmerte. Kurz vor der Abzweigung, die uns nach zwei sehr steilen Meilen bergab zu einem Wanderparkplatz weisen sollte, trafen wir Sally und Ernie (die beiden Alten), die am Essen zählen waren, denn sie wollten auch nach Lone Pine. Auf dem Abstieg zum Parkplatz kamen wir an eine wunderschön saftig-sumpfige Wiese (horseshoe meadow).

Den Parkplatz ließen wir hinter uns und liefen noch ein kleines Stück die Straße entlang, damit wir auch Autos von einem benachbarten Campingplatz erwischten. Wir hatten es aber nicht einfach, da es Mittag war und die ganzen Wander erst am Nachmittag zurück kehren würden. Das erste Auto war bereits bis oben hin vollgestopft mit Wanderern, eine halbe Stunde später kam das zweite Auto talabwärts. Ein schwarzer Dodge Charger mit zwei sehr jungen, mexikanischen Jungs, die zwar nicht viel Englisch sprachen, trotzdem sehr nett waren und so genossen wir auf der Fahrt den grandiosen Ausblick in das tiefe und weite Tal. Dies liegt über 2.000 Höhenmeter unterhalb der Berge, welche sehr steil in den Himmel ragen.

Unten angekommen besuchten wir die Post, die unser Paket mit Essen aus Ridgecrest und zwei Pakete von Amazon hüten sollte. Zuerst fand die Angestellte nur ein Paket, in dem Microspikes waren. Dies sind sozusagen Schneeketten für die Schuhe, die obendrein noch mit kleinen Spitzen ausgestattet sind und in steilen Schneefelder gegen Abrutschen schützen sollen. Das relativ große Paket mit unserer neuen Isomatte wurde von ihr anschließend, warum auch immer, bei den Briefen gesucht und schließlich doch direkt am Tresen gefunden. Unser Paket aus Ridgecrest jedoch, so teilte sie uns mit, sei noch nicht angekommen. Obgleich wir es bereits eine Woche zuvor verschickt hatten. Wir sollten morgen wieder kommen und nocheinmal fragen. Es stellte sich am nächsten Tag heraus, dass ein Mitarbeiter unseren Namen falsch geschrieben hatte und sie unser Paket deshalb übersehen hat.

Die anschließende Suche nach einem Schlafplatz gestaltete sich sehr mühsam. Wir fanden nur Betten zwischen 80 Dollar im Hostel und 120 Dollar im Motel. Frustriert gingen wir zurück die Hauptstraße entlang und hielten nach anderen Wanderern Ausschau, mit denen man sich ein Zimmer teilen könnte. Schließlich fanden wir einen netten Wanderer in einem Diner. Er wollte zwar kein Zimmer mit uns teilen, weil er nur Tagestourist war und noch weiter musste, hat uns aber einen Campingplatz ca. einen Kilometer außerhalb von Lone Pine empfohlen.

Dort angekommen feundeten wir uns mit Steve und Lisa an. Sie waren mit dem Auto angereist und auf ihrer Mission unterwegs die jeweils höchsten Punkte der 50 Bundesstaaten zu erklimmen. Teilweise sind diese sogar mit dem Auto bezwingbar. Die zwei waren sehr nett und luden uns auf ihren Stellplatz ein, wodurch wir kostenlos schlafen konnten. Das gesparte Geld aßen wir zum Abendessen bei Carl’s JR., einer Fastfoodkette, die definitiv bessere Burger als McDonald’s macht. Es war trotzdem günstig und wir stopften uns so richtig mit ungesundem Essen voll 🙂 Gleichzeitig konnten wir den offenen Internetzugang für einige Blogbeiträge nutzen. Leider konnten wir keine zugängliche Steckdose finden, weshalb wir gezwungen waren zurück zu McDonald’s zu wechseln. Dort blieben wir eine ganze Weile und verließen unsere Steckdose erst bei Ladenschluss. Dann gingen wir zurück zum Zelt und schliefen von diesem anstrengenden Tag total erledigt ein.

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2 Kommentare

  1. Sind die Isomatten hart geworden – oder jetzt doch zu kurz 😉 ?
    Könntet ihr mir so einen gedrehten Stamm für den Garten bitte mitbringen? Die sind ja superschön. Sequoias brauchen die Waldbrände, um auskeimen zu können.

    1. Der Schaumstoff der Isomatte war mit der Zeit durchgelegen und die Isolation abgerieben. Aber zu kurz in keinem Fall 😉
      Da sie in einem Nationalpark stehen dürfen wir sie uns leider nicht einfach auf den Rücken schnallen und mitnehmen…

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