Lechquellenrunde – Tag 3
Von der Ravensburger Hütte geht es heute über das Steinerne Meer zur Freiburger Hütte.
Das Wetter ist gut und warm. Nach kurzer Zeit queren wir die Staumauer des Spullersees. Er dient als Wasserkraftwerk für Lech. Ich erinnere mich schmunzelnd an die Staumauerquerung in Schottland (LINK zum Beitrag). Nur dass wir hier über keinen Stacheldrahtzaun klettern müssen und uns nicht vermummen. Die Spullersee-Mauer darf mann offiziell benutzen und das erleichtert die Querung doch immens.
Von dem nassen Blau inspiriert schauen wir nach, ob wir heute an einem Bergsee vorbei kommen. Wir haben richtig Lust ins Wasser zu springen! Es ist richtig sonnig und warm. Und tsatsächlich, nur etwa eine halbe Stunde weiter sollten wir laut unserer Karte an einem See vorbei kommen. So motiviert verfliegt der kommende Aufstieg wie im Flug. Der See enttäuscht aber und hätte nichtmal die Bezeichnung „Tümpel“ verdient. Schlammsule würde es vielleicht am ehesten treffen.
Etwas enttäuscht steigen wir weiter zum Bergkamm hinauf. Der Weg ist jetzt fast senkrecht in der Wand und sehr steil. Dafür gewinnen wir schnell an Höhe und werden diesmal nicht enttäuscht.
Der „Gipfel“ ist ein großes Grasplatteau mit rundum Panoramasicht. Die beste Sicht der gesamten Lechquellenrunde. Man sieht rüber ins Verwall und Rätikon und kann dahinter noch viele viele weitere Gipfelketten in der Ferne erahnen. Was uns freut: Alle anderen Bergketten tragen noch dicke Schneekronen. Wir sind froh, diese einfach nur bestaunen zu können und nicht dort drüber laufen zu müssen und sind einmal mehr in unserer Routenwahl dieses Jahres bestätigt. In die andere Richtung können wir fast die gesamte Lechquellenrunde sehen und es erstaunt mich einmal mehr, wie weit man in so wenigen Tagen zu Fuß doch kommt.




Dann kommen wir mit zwei sehr netten Dresdnerinnnen ins Gespräch, die wir die Tage davor auch schon ein paar Mal gesehen hatten. Auf der Freiburger Hütte heute Abend werden wir uns einen Tisch mit ihnen teilen und eine tolle Bekanntschaft mehr geschlossen haben. Anschließend versuchen wir auf Basis unserer Wanderkarte die umliegenden Gipfel zu bestimmen. Das funktioniert auch – soweit wie unsere Karte eben reicht – erstaunlich gut.
Mit den Dresdnerinnen nicht weit entfernt geht es anschließend weiter durch das steinerne Meer mit atembereaubend schroffen Steinformationen und wir freuen uns auf die Hütte. Da ist nämlich ein großer See direkt daneben, wie wir gemerkt haben. Also kommen wir heute doch noch zum Baden!
….. naja, das denken wir zumindest …..





Falsch gedacht. Als wir die Hütte sehen, sehen wir auch, dass der See etwa 50 Höhenmeter unterhalb der Hütte liegt. Das werden unsere Beine heute nicht mehr mit sich machen lassen und so versacken wir kurz darauf auf der Sonnenterrasse der Freiburger Hütte. Während wir noch auf die Dresdnerinnen warten, freunden wir uns mit einem jungen Pärchen an, das gestern noch spät mit ihrem kleinen Kind auf die Hütte gekommen war da der Abstieg im Regen so rutschig gewesen ist. Ich genieße es, mit dem Kleinen zu spielen (er tauscht bestimmt eine halbe Stunde mit mir Steine gegen meine Handyhülle und zurück), und nebenbei erfahren wir, dass die beiden aus einem relativ sportlichen Haushalt kommen. Nataschas Mutter hat wohl gerade erst einen Ironman gemacht und sie ist schon eine Weile im Ruhestand! Entsprechend sei es nichts erstaunliches, dass sie mit einem Kleinkind, das nicht mal laufen kann, auf über 2.000 Metern in den Bergen herum kraxeln. – Ich finde das sehr erstaunlich!
Heute haben wir ein riesiges Lager fast für uns alleine und wir machen uns jeweils über etwa 4 Betten breit 🙂 Beim Abendessen erfahren wir, dass das Wetter für morgen nicht sonderlich gut vorhergesagt ist und die DAV-Gruppe schon am überlegen ist, abzusteigen. Wir vertagen die Entscheidung auf den nächsten Morgen und gehen schlafen.
