Um den Königssee Tag 1

Ein paar Infos vorweg: Diese Reise ist schon eine ganze Weile her. Ich habe damals den ersten Beitrag fertig gemacht und den zweiten so halb. Ich werde das jetzt fertig machen so gut ich kann. Wir waren vor den Überschwemmungen 2021 unterwegs. Ich habe Marco versprochen diese Texte vor unserer Tour dieses Jahr fertig zu haben, es wird also eine Fortsetzung geben….

Normalerweise gehe ich mit meinem Freund Marco einmal im Jahr auf Fahrradtour. Das haben wir jetzt schon ein paar Jahre so gemacht. Wir waren schon am Main, Rhein, Elbe, Fulda, Weser und sind mit einem Tandem um den Bodensee gefahren. Es war jedes Mal super und wir habe spannende Sachen erlebt. Dieses Jahr haben wir die Radtour an Christi Himmelfahrt verbummelt. Ich nehme an wir hatten beide viel zu tun und die pandemische Lage in Deutschland war auch nicht rosig, wenn ich mich richtig erinnere. Das konnten wir nicht so stehen lassen und so haben wir uns vor drei Wochen entschieden in den Alpen wandern zu gehen. Wir hatten eine fantastische Zeit auf die ich euch jetzt mitnehmen möchte. Wir waren vom 1. bis zum 4. Juli unterwegs.


Als wir Abends mit dem Auto losfuhren war die Moral hoch und das Wetter schlecht. Es regnete die ganze Fahrt zum Königsee. Dort kamen wir um 4:15 Uhr an und machten noch ein kleines Nickerchen im Auto direkt am Wasser. Als wir nicht mehr schlafen konnten sind wir tanken gefahren, auf den großen Wanderparkplatz, haben gefrühstückt, uns fertig gemacht und sind losgezogen. Es hat geregnet, aber nicht in Strömen.


Am Königssee (600 m) haben noch zwei nette Frauen ein Foto von uns gemacht. Dann ging es entlang der Bobbahn hinauf zum Grünsteingipfel (1304 m). Wir kamen ordentlich ins schwitzen aber der Weg wurde nach einiger Zeit klein, schön und kurvig. Der sagenhafte Ausblick hat uns definitiv für die Höhenmeter belohnt. Man kann auch auf einem Klettersteig da hoch, aber dazu braucht man wirklich ein Klettersteigset, was wir nicht dabei hatten.

Watzmannhütte vor der Flanke des Watzmanns (Hocheck)


Vom Grünsteingipfel sind wir auf einem sehr schönen Waldwanderweg über Wurzeln und weichen Boden und später eine geschotterte Forststraße zur Archenkanzel (1346 m) gelaufen. Wir hatten Angst in eine Wolke zu gucken, denn es regnete immer noch, aber wir wurden mit einem atemberaubenden Ausblick auf den Königssee belohnt.


Als wir dort von unserer Mittagspause aufbrachen war das Wetter schon besser und so schlängelten wir uns trocken durch die Kuhherde der Kühroint Alm hindurch in Richtung Watzmannhaus (1930 m). Der Weg wurde nun etwas anspruchsvoller und man musste sogar manchmal die Hände zu Hilfe nehmen. Oben angekommen wurden wir aber mit einem Ausblick bis ins Voralpenland belohnt.


Nach einer heißen Schokolade wurde eingecheckt und wir trafen Steffi und Steffi (die Frauen die morgens das Foto gemacht hatten) wieder. Wir hatten einen schönen Abend, haben Bergsteigeressen und Radler genossen und Arschloch mit den Mädels gespielt. Leider hat es angefangen zu regnen und der Hüttenwirt meinte, „über 2500 m schneits jetzt!“ Damit war die Watzmann-Überquerung geplatzt, die wir eigentlich für den nächsten Tag vorgesehen hatten.


Eine kleine Anekdote noch am Rande: Wir waren immer Gäste im Matratzenlager. Am ersten Abend sind wir schon um 21 Uhr ins Bett gegangen, weil wir ja noch einiges an Schlaf nachzuholen hatten. Ich habe schon geschlafen, aber Marco meint ein anderer Gast wäre rein gekommen und hätte folgendes vor sich hin gemurmelt: „Wer geht denn um neun schon schlafen, das ist doch nicht normal … Ich bin noch nie um zehn schlafen gegangen, jetzt kann ich das Licht nicht anmachen, da fällt mir bestimmt alles runter, so ein Scheiß. *plums* och, ne sag ich doch…“

Hier noch der Komoot Track: https://www.komoot.de/tour/394567075?ref=wtd

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