Projekt: Zelt – Teil 2
Nach dem ersten Teil hatte ich gedacht, eine Woche sollte reichen um das Zelt fertig zu bekommen. Wie das Leben so ist, war dies natürlich nicht der Fall. Ich machte also estmal eine Bestandsaufnahme:
- Alle vier Türen müssen gekürzt werden, da sich der Winkel im Giebel geändert hatte. Die Zuschnitte hatte ich nicht exakt genug getätigt.
- Damit einher gehen neue Verstärkungen an den Abspannpunkten der Türen.
- Eine Tasche, in der die Wanderstöcke an den beiden Giebelseiten das Zelt aufspannen, ist noch nicht fertig.
- Das Netz muss an einer Seite erweitert werden, da ich es im ersten Anlauf wohl zu kurz zugeschnitten hatte. Dadurch war das Dach soweit heruntergezogen, dass es unmöglich war dieses zu spannen.
- Und zu guter Letzt runde ich die Kopf- bzw. Fußkante des Daches mit einem Catenary-Cut ab. (siehe auch Teil1 zum Zelt)
Durch den Catenary-Cut, auch Kettenlinie genannt, wird das gesamte Zelt mehr unter Spannung gesetzt und ist stabiler gegen Wind. Alle oben genannten Änderungen gingen ohne weitere Komplikationen über die Bühne. Nach zwei Wochen Nähen bin ich jetzt fertig. Endlich. Immerhin ganze zwei Tage bevor wir in die USA fliegen. Viel enger hätte es nicht werden dürfen.
Naja… Fertig ist auch nur Auslegungssache. Die Nähte waren noch nicht alle abgedichtet. Wenn es regnet findet das Wasser durch die Naht-Löcher oder zwischen den Stofflagen natürlich seinen Weg ins Innere. Deshalb schmiert man spezielles Silikon auf die Nähte, um so die Löcher abzudichten. Dies muss sowohl von Innen, als auch von Außen getan werden. Ansonsten kann sich Wasser in den Nähten sammeln und dann gammeln. Je nach Stoff-Typ braucht man unterschiedlichen Seam-Sealer. Für Silpoly (das Dach) nutzt man SeamSealer, der für Silikon beschichteten Stoff geeignet ist. Ansonsten wird das Silikon vom Dichtmittel angegriffen und wird porös. Für den Polyesterboden kann man normalen SeamSealer nehmen. Nach Trocknung der Naht bietet es sich an, das nun immer noch klebrige Silikon mit etwas Kalk/Babypuder einzupudern. So wird die Naht stumpf und klebt nicht mehr. Ansonsten tut dies der Dreck nach erster Benutzung. 🙂
Einen Teil der Nähte hatte ich noch am Vorabend unseres Fluges abgedichtet. Die letzten Nähte versiegelte ich also noch auf dem Trail.

Ein Post-Trail Fazit findest du hier: Bob nach 2000km PCT – Fazit unsres DIY Zeltes
