Tag 69: Meilenstein

Meile 994.0 – 1010.8

Die ersten Stunden des Tages verliefen ganz angenehm den großen Fluss des Vortages entlang Tal aufwärts zu einem großen, von Schnee eingefassten See, der kurz unter dem Pass lag. Auf der anderen Seite des Passes erwartete uns eine mit Blumen übersetzte Wiese und ein wenig später ein saftig grünes Meadow. Die Berge werden nun immer hügeliger und sehen eher wie ein großes Mittelgebirge aus als wie Hochgebirge. Wir laufen immer häufiger durch Wälder und der Weg wird zunehmend erdiger und ist nicht mehr so steinig und schroff. Das ist vor allem für die Füße sehr angenehm, da Waldboden eine viel bessere Dämpfung bietet als es Fels tut. Dadurch kann man auch schneller und mehr am Tag laufen – Vorausgesetzt das Terrain spielt hierbei mit. Dies war heute am Nachmittag nicht mehr der Fall, aber dazu später mehr.

Zwei Meilen hinter dem Pass  erreichten wir einen Meilenstein. Tim wäre fast vorbei gelaufen, ohne etwas zu bemerken. Wir waren gerade die ersten 1.000 Meilen des Pacific Crest Trails gelaufen. 1.000 Meilen mit mindestens genauso vielen einzigartigen Begegnungen, Gefühlen, Erfahrungen und Erinnerungen. Größten Teils positive Erinnerungen, aber auf jeden Fall alles Erinnerungen, die ich nicht so schnell vergessen werde und Erfahrungen fürs Leben. Wir sind durch so viele verschiedene Landschaftsbilder gekommen, von Wüste und Kakteen bis auf den höchsten Punkt Kontinental USAs durch Schnee, Hagel, Regen und ganz viel Sonne.
Das alles zu Fuß erlaufen zu haben ist ein eigenartiges Gefühl und ich habe es bisher glaube ich noch nicht so richtig begriffen.
Wir aßen am 1.000 Meilen Mittagessen und fast wären auch Caterpillar und Smelly Cat an ihm ohne es zu bemerken vorübergelaufen.

Später am Tag ging es noch ein letztes Mal ein Tal hinauf bis zu einem Geröllgrad. Dieser Aufstieg zog sich aber dahin. Es ging durch Gröllfelder und über Schnee und zwischenzeitlich verloren wir beide jeweils den Weg, was anstrengendes Gekraxel, mehr rutschend als produktiv, zur Folge hatte. Oben angekommen bemerkten wir, dass wir beinahe kein Wasser mehr hatten und wir die nächste Quelle erst morgen erreichen würden. Wir mussten also kreativ werden. Somit wurde Tims Bärenkanister kurzerhand zur Schneeschmelze eingesetzt. Die Sonne sollte den Rest tun und das tat sie tatsächlich auch. Der Treibhauseffekt hatte uns nicht im Stich gelassen und so konnten wir heute Abend doch noch kochen und uns eine heiße Schokolade gönnen.

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Ein Kommentar

  1. Hallo ihr 2! 1000 Meilen, 1000 Erinnerungen und es kommen noch immer neue Erlebnisse dazu. Ich freue mich sehr darüber wie bereichernd diese unglaubliche Wanderung für euch ist und kann nicht oft genug sagen: Danke, dass ihr uns daran teilhaben lasst! Es steckt viel Zeit und Kreativität in den posts und ist jedes mal ein Highlight wenn der newsletter neue Etappenberichte ankündigt. Liebe Grüße und passt auf euch auf, Katrin

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