Tag 33: Casa de Luna

Meile 464.0 – 478.2

Um die kühlen Stunden des Tages auszunutzen brachen wir bereits um fünf Uhr auf. Die Meilen bis Casa de Luna verliefen relativ ereignislos. Es gab einige Höhenmeter und schöne Ausblicke, sowie einen tollen Sonnenaufgang. Die letzten 1,5 Stunden waren ein bisschen anstrengend, weil man schon ins Tal schauen konnte und wir es noch einmal umrundet haben bevor wir abstiegen.

Gegen 10 Uhr waren wir in Casa de Luna. Das ist das Haus eines Ehepaares, die PCT-Wanderer hosten. Sie haben ein kleines Wäldchen hinterm Haus, in dem Bob Platz fand. Regel Nummer eins ist, Terry eine Umarmung zu geben wenn man kommt und wenn man geht. Regel Nummer zwei ist, sich ein Hawaii-Hemd anzuziehen.
Nach einiger Zeit kam Rick vorbei, er hatte vorher mit Robert und Early Bird, einer anderen deutschen Wanderin, gequatscht und beschlossen für uns Bratwürste zu grillen. Er hat einen Foodtruck in LA und verkauft die Bratwürste wie geschnitten Brot. Nun wollte er die ehrliche Meinung von ein paar Deutschen einholen. Die Würste waren sehr lecker, es gab sogar deutsches Hela Curry Ketchup. Während er die Würste grillte erzählte er und kam vom Ästchen aufs Stöckchen. Es stellte sich heraus, dass Ricks Trailname Epic ist, weil er manchmal epische Fahrten in seinem Geländebuggy anbietet.

Während ich ein Nickerchen im Zelt machte, was bei 36°C gar nicht so einfach war, kam er vorbei und Paul durfte mitfahren. Als ich im Halbschlaf zurück kam waren sie schon länger wieder da, aber Epic nahm mich und zwei Amerikaner auf eine zweite Runde mit. Es war der Hammer! Dieser Buggy war so gut gefedert, dass es nicht im Rücken wehtat und man nur ganz selten durchgeschüttelt wurde. Rick ist auf selbst gebahnten, teils Trampelpfad breiten Wegen über die Gräte und Sattel der angrenzenden Berge geheizt. Ich saß hinten und habe vor allem die Drifts in den Kurven genossen. Das Ding konnte schon gut beschleunigen und ich war froh Griffe für die Hände zu haben. Nach ein paar Minuten hatte ich mich an das Auto gewöhnt und es hat richtig Spaß gemacht. Wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir die Gelegenheit hatten so etwas zu machen.

Anschließend haben wir einen Stein bemalt. Ich war sehr beeindruckt von Pauls künstlerischem Geschick, er hat den Großteil gemalt. Im Zeltwald liegen überall Steine herum, die zum Teil sehr kunstvoll bemalt wurden. Wir entschieden uns für ein Motiv aus der Heimat, vielleicht findet ihr es ja auf den Fotos 😉 Es war ein bisschen lustig die anderen Steine zu erforschen, weil man Schätze finden konnte, aber auch Steine von „berühmten“ Thruhikern, was vielleicht bedeutet, dass ich zu viele YouTube-Videos geschaut habe.

Quizfrage: Wofür steht die Abkürzung HYOH? (Google ist tabu!)
– Auflösung in einem der nächsten Beiträge –

Zum Abendessen gab es, wie jeden Abend in Casa de Luna, Tacco Salat. Terry macht sich dabei einen Spaß daraus jedem, der seinen Teller über das Buffet hält, eins mit dem Stock auf den Hintern zu geben. Er war super lecker und so bin ich nach drei großen Portionen erschöpft von diesem Wahnsinnstag ins Zelt gerollt.

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10 Kommentare

  1. Hi Paul und Tim,
    mit großem Interesse lese ich immer eure Beiträge. Toll, was ihr alles erlebt. Ein bisschen beneide ich euch, dass ich so was auch nicht während meines Studiums gemacht habe. Ich hab das Idsteiner Wappen erkannt. Super, hab ich auch schon mal für eine Mappe von Antonia gemalt für Sachkunde. Aber das ist ja jetzt schon zum Glück vorbei auf der weiterführenden Schule. Viel Spaß weiterhin
    Eure Nachbarin Claudia

    1. Hey Claudia,
      uns freut, dass du unsere Blogbeiträge liest. Vielleicht solltest du mal Antonia fragen, ob es wirklich das Idsteiner Wappen war. Schließlich war sie ja auf der Wörsdorfer Grundschule 😉
      Viele liebe Grüße in die Heimat

    2. Spät, aber ohne Nachforschungen und ohne die Beiträge zu lesen (folgt gleich) würde ich sagen: Hey YOu Hiker 🙃
      Cooles Gefährt!
      Liebe Grüße MoKli

      1. Ich glaube wir können mal auflösen… HYOH bedeutet „Hike your own hike“ und ist die Standardantwort auf kleine Besserwisser, die gibt es nämlich auch auf dem Trail 😉

  2. schon verrückt, wie international meine Neffen unterwegs sind – gerade ist Lucas mit vier Freunden hier und macht Berlin unsicher… Ziemliches Kontrastprogramm, denke ich.

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