Tag 49: Neue Gefilde
Meile 702.2 – 716.5
Bevor wir gegen elf Uhr zurück auf dem Trail waren hatten wir noch einiges zu tun. Wir riefen nach dem Aufstehen bei VISA an, um die Probleme unserer Kreditkarten endgültig zu klären. Anschließend räumten wir Bob aus und ab, der immernoch häufig mit großen Augen bestaunt wird. Nun hatte auch „Grumpy Bears“ geöffnet und wir gingen Frühstücken. Es gab ein All-You-Can-Eat Pencakemenü, dessen Pencakes so groß waren, dass sie Pizzen Konkurrenz machten. Dazu gab es kleine Pommes mit Wurst und Ei. Tim holte sich einen veganen Burrito und bediente sich an meinen Fritten. Vollgestopft bis zum letzten Loch packten wir unsere Rucksäcke zusammen und Tim versuchte irgendwie seinen Bärenkanister am Rucksack zu befestigen, da er nicht hinein passt. Wir sind sehr enttäuscht von Tiple Crown Outfitter, da der einzige Vorschlag von Yogi darin bestand, doch einen neuen Rucksack u kaufen. Tim holte sich stattdessen einen Karabiner, um den Kanister außen fest zu binden.
Als wir eindlich abfahrbereit waren, wartete Maple bereits auf uns und die beiden Trailangel Andrew und Jamie fuhren uns zum Trailhead.
Anschließend ging es die nächsten Meilen ein letztes Mal über Sandwege, entlang an Kaktus und Joshua Tree, Eidechsen und brennender Sonne, bevor der Aufstieg in die High Sierra begann. Von 1800 Metern auf über 3000 Höhenmeter.
Die gesamte Landschaft veränderte sich. Wir liefen nun unter großen Bäumen und entlang an großen Bächen, die teilweise schon eher als Flüsse bezeichnet werden konnten.
Der Boden wurde immer grüner und der Weg steiniger. Aus rotem, bröckligem Fels wurde grauer Granit. Unsere erste Flussquerung ging über eine Brücke, was nicht die Regel sein wird. Wir trafen auf kleine Grüppchen aus zwei bis drei Personen, die am Wegesrand saßen und auf einem Klemmbrett Formulare ausfüllten und Dinge notierten. Vermutlich führen sie eine Art Zustandsaufnahme des Waldes durch, der vor umgefallenen Bäumen nur so strotzte.
Als wir den Endpunkt des heutigen Anstieges erreicht hatten, eröffnete sich vor uns ein Tal, welches wir uns so nichtmal in unseren Träumen ausgemalt hatten. Das Tal erstrahlte in saftigen Wiesen, welche nur von kleinen Bächlein durchzogen und von Bäumen eingerahmt wurde.
Die restlichen Meilen des Tages verbrachten wir in ungläubigem Staunen – erst recht, als wir den Fluss erblickten, der sich gemächlich an unserem Rastplatz für diese Nacht vorbei wand.
Wir ließen Bob sich entfalten und kochten im von der Abendsonne durchfluteten Tal zu Abend.
Dies war ein Einstieg in die Sierra, den wir so nicht erwartet hatten und uns regelrecht vom Hocker fegte.


















Die schoenen Fotos allein erzaehlen schon eine Geschichte, und Eure anschaulichen Beschreibungen machen alles noch lebendiger. Ganz herzlichen Dank!! Und natuerlich beste Wuensche fuer alle weiteren Schritte!