Tag 71-72: Hikerhunger is real!

Meile 1019.9 – 1030.8 – 1051.4

Wir frühstückten entspannt auf dem Sonora Pass, die Nacht war angenehm gewesen. Deluxe traf dazu und erzählte uns von seinem interessanten Aufenthalt bei einem selbstausgerufenen „Trailangel“ in der Stadt. Dieser sei wohl drei Tage lang so bekifft gewesen, dass er unfähig gewesen war Auto zu fahren. Dadurch hatte er dort festgesessen und immer noch nicht resupplyen können.

Gegen halb 10 kam „Sonora Pass Resupply“ angefahren. Ein mürrischer Mann mit einem Transporter, der einem seinen nun nicht mehr benötigten Bärenkanister für viel zu wenig Geld abkauft.
Anschließend begannen wir auf dem falschen Trail und mussten ein wenig durch die Büsche, um zurück auf den PCT zu kommen. Oben auf dem Pass erwartete uns ein schöner Ausblick über ein weites Tal. Wir machten erstmal Mittagspause und stellten fest, das durch die dünnen Schleierwolken ein kreisrunder Regenbogen um die Sonne lag. Ein beeindruckendes Naturschauspiel. Nachdem wir kurz mit Shuffels gequatscht hatten ging es in dem Tal hinab. Durch Wald, mal leicht bergauf, dann wieder bergab. Kleinere Schneefelder machten es schwer auf dem Trail zu bleiben. Wir Cowboy-campten und der nächste Tag war nicht viel anders. Viel durch Wald und über angenehm zu laufenden Boden. Zwischendurch ein paar kleine Schneereste und Bäche. Am Späten Nachmittag erreichten wir eine kleine geteerte Passstraße, die nicht einmal einen Mittelstreifen besaß.

Ich traute meinen Augen kaum, als ich einen Van und auf der Wiese einige Stühle sah und fröhliche Stimmen vernahm. Es gab Trailmagic!! – und was für Trailmagic! Trailangel hatten Tische aufgebaut, auf denen sie Salate aufgebaut hatten. Fruchtsalat, Kartoffelsalat, grüner Salat, Nudelsalat und Gemüsesalat. Brownies, Kakao, Melone und Schokopudding. Verschiedene Sorten Chips und alle erdenklichen Arten von gekühlten Getränken. Und dann wurde ich gefragt ob ich Fleisch esse. Verwundert bejahte ich und kurz darauf stand jemand hinterm BBQ und bereitete mir einen Bacon-Cheese-Burger zu. Ein feuchter Traum war in Erfüllung gegangen und der Tag hatte sich zum besten gewandelt. Vor allem für Tim, (oder sollte ich eher Backtrack sagen? :D) der beim Abstieg noch einmal den Trail verloren hatte und ziemlich genervt ankam. Seine Laune besserte sich jedoch schlagartig als ihm ein Bacon-Cheese-Burger angeboten wurde. Sie machten sogar Pizza!!!
Wir unterhielten uns nett mit anderen Hikern und den Trailangeln und nach guten zwei bis drei Stunden liefen wir noch zwei Meilen den Trail hinein, bevor wir uns oberhalb eines Stausees schlafen legten.

Die Trailmagic heute wurde von „Limit situation trail magic“ veranstaltet, eine Organisation, die sich durch Spenden finanziert. Ihr Motto war „Hikerhunger is real“, was auf jeden Fall zugetroffen hat! 😀

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