Tag 13-14: Winterreise

Meile 151.8 – 159.7 – 179.4

Wir sind aufgestanden und zum Supermarkt gegangen, um Vorräte für fünf bis sechs Tage einzukaufen. Unser Plan ist es, zurück zum Paradise Valley Cafe zu trampen und dann bis Big Bear City durchzulaufen. Das wären ca. 120 Meilen.

Im Supermarkt haben wir andere Wanderer getroffen, die uns viel Glück gewünscht haben und meinten wir sollten vorsichtig mit dem Wetter sein. Dabei haben sie durchaus Recht. Es ist Schnee in den hohen Lagen vorhergesagt. Der Wetterbericht ändert sich jedoch sehr oft und unterscheidet sich sehr stark, je nachdem wo man guckt. Deshalb wollen wir es einfach versuchen. Zur Sicherheit haben wir Putzhandschuhe gekauft und Plastiktüten mitgenommen, die man über die Socken anziehen kann. Im Outfitter hat Paul einen Schlafsackliner gekauft, weil er in den letzten Nächten gefroren hat. Ich habe mir neue Schuheinlagen geholt, da ich in Warner Springs ja neue, größere Schuhe gekauft habe und meine alten Einlagen nun zu klein sind. Außerdem habe ich dicke Socken zum Schlafen aus einer Hikerbox mitgenommen.

Gegen Mittag sind wir dann zum Paradise Valley Cafe getrampt und wurden von einem Kerl in unserem Alter mitgenommen, mit dem wir echt Spaß hatten. Im Cafe haben wir zufällig Hana und Lucy getroffen. Das war eine schöne Überraschung. Wir waren allerdings spät dran und mussten nach etwas Trailpropaganda weiter.

Wir sind ca. 8 Meilen gewandert. Es war teilweise sehr, sehr windig, aber wir haben eine relativ wettergeschützte Stelle zum Zelten gefunden. Bob hat in dieser Nacht sehr gut performt. Wir hatten auch dicke Steine auf jeden Hering gelegt, denn es war wirklich sehr windig und regnete. Zum Abendessen gab es Müsli mit Milch, das wir aus Idyllwild mitgebracht hatten und einen Instant-Kakao hinterher.

Am Morgen sind wir mit dem Sonnenaufgang gegen sechs Uhr losgelaufen, wir hatten viel vor.
Wir liefen hauptsächlich in einer Wolke. nach ein paar Meilen mussten wir leider einen Umweg von zwei Meilen in Kauf nehmen, um unsere Wasservorräte aufzufüllen. Im Prinzip ging es die ganze Zeit mehr oder weniger bergauf. Der Weg war nun fast alpin und man musste definitiv schwindelfrei sein, was eine nette Abwechslung war. Es konnten beeindruckend vereiste Büsche, Bäume und Felsen betrachtet werden. Letztes Jahr hat die Gegend einen starken Waldbrand verkraften müssen, weshalb die Atmosphäre teilweise fast gruselig war – verkohlte Bäume im dichten Nebel.

Irgendein Busch hat im Nebel angefangen stark nach frischer Minze zu riechen. Ich konnte aber nicht herausfinden welcher.
Gegen Mittag fing es an zu hageln. Das war nicht schlimm, weil man durch Hagel nicht nass wird. Der Hagelschauer nahm zwischenzeitlich beeindruckende Ausmaße an:

Als wir höher kamen, wurde aus dem Hagel Schnee. Das Schneetreiben war so intensiv, dass sich meine Brille zusetzte und ich nicht mehr viel sehen konnte. Wenig später liefen wir in 20-25 cm tiefem Schnee. Der Wald war wunderschön und die Bäume wurden immer größer. Wir haben Kaninchen-Spuren im frischen Schnee gefunden.

Als wir unser Tagesziel erreicht hatten versuchten wir gerade Bob im Schnee aufzubauen, als Malcolm vorbeikam. Wir beschlossen zusammen nach Idyllwild abzusteigen.

Auf dem Weg unterhielten wir uns über die Unterschiede in der deutschen und amerikanischen Politik und organisierten uns bei Tomato, Alex und Elk einen Schlafplatz. Es war eine Wohltat, ins Warme zu kommen, sich eine heiße Dusche zu genehmigen, die nassen Sachen zu trocknen und den Abend entspannt ausklingen zu lassen.

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8 Kommentare

  1. Unglaublich, was Ihr alles erlebt. Und die Bilder sind wunderschoen. Nun hoffe ich, dass das Wetter wieder wanderfreundlicher wird!

    1. Hey, wir haben nicht überall am Trail Internetverbindung und deswegen kommen die Einträge teils mit Verzögerung. Wir arbeiten jedoch daran und du kannst dich auf schöne und wieder sonnige Tage freuen 🙂

      1. Mann Paul,
        Ich weiß ja, dass Ihr nicht verloren geht. Aber jetzt bin ich doch erleichtert, nachdem der letzte Eintrag war, alle warnen vor dem Wetter, aber wir gehen mal los …
        Danke für das Lebenszeichen. Und die Vorfreude auf die Fortsetzung ist auf jeden Fall da!
        Lieben Gruß,

  2. Wir haben gerade mit Tim und Paul telefoniert: Der Schnee ist gut überstanden und jetzt gehts wieder durch die warme Wüste (25 Grad).
    Pauls Handy streikt und es gibt nicht mehr so viele WLAN Möglichkeiten. Aber neue Blogs sollen kommen…

  3. Ich freu mich auch zu hören, dass ihr es gut durch den Schnee geschafft habt und inzwischen wieder etwas bessere Wander-Bedingungen vorfindet. Sollen wir ein „Ein-neues-Handy-für – Paul-crowd-funding-Konto“ anlegen? Die Fotos und Berichte wären das allemal wert! 😁

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