Tag 10: Schnee in der Ferne

Meile 126.9 – 144.0

Zum Frühstück gab es selbst gemachte Pancakes mit Erdbeersoße. Sehr schön fettig und füllend. Tim genehmigte sich eine Portion Bacon-Kartoffelbrei.
Tomato kam, genauso wie gestern Abend, zu spät zum Essen und musste sich selbst helfen.
Nachdem wir unser Wasser aufgefüllt hatten brachen wir gegen 8 Uhr auf.
Das Wetter war schön und die Landschaft mal wieder beeindruckend.
Mittags haben wir unter einem Busch Pause gemacht. Nach einiger Zeit kam „Schnitzel“ hinzu. Eine Würzburgerin, mitte 40. Der PCT ist ihr letzter Halt einer Weltreise. Hier haben wir zum ersten Mal die weiße Spitze des Mount San Jacinto am Horizont gesehen, somit war Schnee natürlich erstes Gesprächsthema. Wir redeten jedoch über die Sierras, welche erst in 600 Meilen beginnen und hatten keine Ahnung, wie bald wir uns schon wieder ernsthaft mit diesem Thema auseinander setzen müssten.
„Schnitzel“ spielt mit dem Gedanken, ein Hostel zu eröffnen sobald sie genügend Geld hat. Es hat sich aber eher nach einem Luftschloss angehört, als nach baldiger Verwirklichung. Eine halbe Stunde und ihre letzte Zigarette später zog sie dann weiter und wir legten uns noch für zehn Minuten hin.

Am Nachmittag kamen wir zur nächsten Wasserstelle, die wir glücklicherweise nicht zum Füllen unserer Flaschen eingeplant hatten. Es war ein Erdtank, bei dem jedoch die Decke schon halb eingestürzt war. Das Wasser was dunkelbraun und roch nicht sonderlich gut. Aus früheren Jahren ist bekannt, dass darin bereits Tierkadaver schwammen und andere Wanderer selbst nach Filtern des Wassers krank wurden.
Tim musste auf Toilette und schlug sich ins Gebüsch. Ich machte mich derweil, gestärkt durch einen Riegel, weiter den Trail entlang.
Auf irgendeine Art und Weise schaffte Tim es jedoch, sich auf den 20 Metern zu verlaufen und irrte zehn Minuten durch Gebüsch, bis er wieder auf den Weg stieß. Anschließend lief er jedoch in die falsche Richtung, nicht zu seinem Rucksack.
Im Endeffekt wartete ich später 30 Minuten nach dem nächsten Anstieg auf ihn. Daraus lernen wir: Handy mitnehmen, wenn du auf Toilette gehst xD

Abends bauten wir Bob zwischen großen Felsen auf, kurz darauf kam Tomato vorbei und sicherte sich auch noch einen Platz bei uns. Es gab Ramen-Bomb zum Abendessen, das ist Ramen zusammen mit einer Packung Mashed Potatoes. Der Sonnenuntergang war leider nicht sonderlich spektakulär, es waren einfach zu viele Wolken am Horizont.

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3 Kommentare

  1. Euch weiter ein gutes Laufen, nette Menschen und immer frisches Wasser!
    Bei uns geht es heute nach Brodten an die Steilküste. Das Haus wird vielleicht das letzte Jahr dort stehen. Vielleicht sind die Stürme nicht so schlimm in diesem Jahr, so dass noch ein Jahr mehr geht…

  2. Was ist Ra(h)men?
    Die vielen malerischen Trailnamen lassen ahnen, wer dahinter steckt, etwa „Walkie-Talkie“ erzählt genauso gerne beim Wandern wie du früher, Tim? Ist „Schnitzel“ knusprig und lecker? Wir freuen uns über Aufklärung.
    Tim, der erste Teil deiner Ausbildung ist ja geschafft. Ich höre mich schon mal bei den Heilpraktikern der Umgebung um….
    Zwei Wochen – eine Schuhgröße, 16 Wochen – Schuhgröße 49???? Wir bauen schon mal den Schuhschrank aus 😉
    Liebe Grüße vom Frühstück am Pool in Calvi bei Sonne!

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